Lebensblume SC

Woche 2 - Atmen & Spüren

Tag 3 - Ich atme in alle Richtungen.

Heute weiten wir den Raum für deinen Atem.

Du beginnst zu spüren, wohin sich dein Atem im Körper ausbreitet – nicht nur auf und ab, sondern auch nach vorne, hinten und zur Seite.

Dein Körper wird zum Atemraum. Ohne Druck, einfach im Spüren.

Thema des Tages

Der Atem bewegt nicht nur die Lunge – er bewegt den gesamten Brustkorb, Bauchraum und sogar den Rücken. Beim Einatmen weitet sich das Zwerchfell, die Rippen öffnen sich, die Zwischenrippenmuskulatur dehnt sich. In der Ausatmung kehrt alles zurück.

Diese Bewegung ist nicht nur mechanisch – sie ist ein feines körperliches Spüren, das du trainieren kannst. Viele Menschen atmen nur nach vorn oder oben, vor allem bei Stress. Doch wenn du deinen Atem bewusst in alle Richtungen lenkst, entsteht Raum, Stabilität und Weichheit zugleich.

Du aktivierst dabei nicht nur deine Körperwahrnehmung, sondern auch den Parasympathikus – besonders durch die Hinterseiten-Atmung, also das sanfte Spüren von Atem im Rücken. Es geht heute nicht ums Tun, sondern ums Zulassen: Dein Körper weiß, wie Atmen geht. Du darfst ihm zuhören.

Wusstest Du?

Unser Rücken besitzt mehr Nervensensoren als der Bauch – deshalb wirkt das Atmen „in den Rücken“ besonders beruhigend auf das Nervensystem.

Deine heutige Übung

Bevor du weiterliest, nimm dir einen Moment Zeit für dich. Du musst nichts leisten – du darfst einfach nur beobachten.

Im nächsten Abschnitt findest du deine heutige Übung. Sie hilft dir, sanft anzukommen und deinen Atem bewusst wahrzunehmen.

Wenn du möchtest, lies sie einmal durch – und dann nimm dir in deinem Tempo ein paar Minuten, um sie für dich auszuprobieren.

Anleitung

Dauer: 5-8 min

  1. Setze dich bequem aufrecht oder lege dich auf den Rücken.
  2. Lege eine Hand auf den Bauch, eine auf die Seite deines Brustkorbs.
  3. Atme ein und spüre: Wohin fließt der Atem? Nur nach vorn? Oder auch zur Seite?
  4. Atme aus – lasse los.
  5. Lenke deine Aufmerksamkeit nun bewusst in den Rücken – ohne Druck.
  6. Stell dir vor, dein Rücken würde bei der Einatmung ein wenig „mitatmen“.
  7. Wiederhole dies für 5–7 Atemzüge.
  8. Bleibe noch kurz liegen oder sitzen – nimm den Atemraum als Ganzes wahr.

Möchtest du deinen Eindruck notieren?

Wie fühlt sich deine heutige Erfahrung an?

Deine heutige Selbstfürsorge:

Spüre heute bei mindestens drei Gelegenheiten, wohin dein Atem fließt – beim Sitzen, Gehen oder Liegen. Erlaube dir, nicht zu verändern, sondern deinen Atemraum wahrzunehmen – besonders auch nach hinten und zu den Seiten.

Dein heutiger Tag - Reflexion

Und nun ist es wieder an der Zeit, deinen Tag liebevoll zu betrachten. Nicht zu bewerten. Nicht zu analysieren. Nur hinzuschauen:

Wie war dieser Tag mit dir?
Was hast du gespürt, gedacht, erlebt – innen wie außen?

Du darfst alles da sein lassen.

Vielleicht war es leicht. Vielleicht war es zäh.
Vielleicht war es einfach nur ein Tag. Auch das ist vollkommen in Ordnung.

Diese tägliche Rückschau ist kein Müssen, sondern ein Geschenk. Ein stiller Moment, in dem du dir zuhörst. Und dich selbst darin ein Stück besser kennenlernst 

Wie geht es dir heute – ganz ehrlich?

Du kannst dir selbst jeden Tag eine kleine Skala geben – einfach als Orientierung für dich:

1 = sehr angespannt

10 = sehr ruhig und bei mir

Diese Einschätzung ist nur für dich. Wenn du sie regelmäßig für dich notierst, kannst du erkennen, wie du dich im Lauf der Wochen veränderst.

Mal ruhiger. Mal bewegter. Alles darf sein.

Wo im Körper habe ich den Atem heute am deutlichsten gespürt?

Welche Bereiche waren leicht spürbar – welche eher nicht?

Was hat sich verändert durch die Weitung des Atemraums?

„Weite entsteht, wo du dich selbst nicht einengst.“

inspiriert von SOUNARA