Die letzten Tage hast du deinen Atem in seiner Tiefe kennengelernt.
Heute geht es darum, Weite zuzulassen – innen und außen. Denn Enge entsteht nicht nur im Kopf, sondern auch im Körper.
Wenn du bewusst atmest, entsteht innerer Raum – und das verändert alles.
Raum einnehmen und loslassen
Unser Nervensystem reagiert empfindlich auf Enge: im Brustkorb, im Hals, im Bauch.
Oft atmen wir unbewusst so, als müssten wir uns klein machen, anpassen oder schützen.
Aber dein Körper darf sich ausdehnen.
In der Einatmung entsteht Weite
In der Ausatmung entsteht Lösung
Und dein System versteht:
„Ich darf Raum einnehmen. Ich darf loslassen.“
Die Enge im Körper ist nicht nur seelisch, auch körperlich.
Wenn du gestresst bist, verspannen sich Muskeln, dein Brustkorb zieht sich zusammen, und dein Atem wird flach oder stockt.
Das Gegenteil von Enge ist nicht Weite im Kopf – sondern physische Ausdehnung.
Und genau das geschieht, wenn du deinen Atem bewusst einlässt und zulässt, dass er sich im Körper ausbreiten darf.
Bei der Einatmung:
Wenn du nicht nur vorne atmest, sondern deinen ganzen Rumpf einbeziehst, entsteht spürbare innere Weite.
Und dann – mit der Ausatmung – kann dein Körper loslassen, was er nicht länger halten muss.
Denn Ausatmen ist kein „Schluss“ – es ist Raum machen für Ruhe.
Du brauchst keine Technik.
Du brauchst nur einen Atemzug, der sich ausbreiten darf.
Bevor du weiterliest, nimm dir einen Moment Zeit für dich. Du musst nichts leisten – du darfst einfach nur beobachten.
Im nächsten Abschnitt findest du deine heutige Übung. Sie hilft dir, sanft anzukommen und deinen Atem bewusst wahrzunehmen.
Wenn du möchtest, lies sie einmal durch – und dann nimm dir in deinem Tempo ein paar Minuten, um sie für dich auszuprobieren.
Möchtest du deinen Eindruck notieren?
Wie fühlt sich deine heutige Erfahrung an?
Wähle heute bewusst eine Übergangssituation, z. B. nach einem Gespräch, vor einer Entscheidung, nach der Arbeit.
Mach dort drei Atemzüge mit dem Bild: Raum – und Loslassen.
Einatmen: „Ich darf mich ausdehnen.“
Ausatmen: „Ich gebe Enge ab.“
Und nun ist es wieder an der Zeit, deinen Tag liebevoll zu betrachten. Nicht zu bewerten. Nicht zu analysieren. Nur hinzuschauen:
Wie war dieser Tag mit dir?
Was hast du gespürt, gedacht, erlebt – innen wie außen?
Du darfst alles da sein lassen.
Vielleicht war es leicht. Vielleicht war es zäh.
Vielleicht war es einfach nur ein Tag. Auch das ist vollkommen in Ordnung.
Diese tägliche Rückschau ist kein Müssen, sondern ein Geschenk. Ein stiller Moment, in dem du dir zuhörst. Und dich selbst darin ein Stück besser kennenlernst
Wie geht es dir heute – ganz ehrlich?
Du kannst dir selbst jeden Tag eine kleine Skala geben – einfach als Orientierung für dich:
1 = sehr angespannt
10 = sehr ruhig und bei mir
Diese Einschätzung ist nur für dich. Wenn du sie regelmäßig für dich notierst, kannst du erkennen, wie du dich im Lauf der Wochen veränderst.
Mal ruhiger. Mal bewegter. Alles darf sein.
Wie viel Raum habe ich heute in mir gespürt?
In welchem Moment habe ich bewusst Weite zugelassen?
„Wenn du dir Raum gibst, verändert sich dein Atem –
und mit ihm die Welt in dir.“
– inspiriert durch SOUNARA
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