Vielleicht hast du gelernt ihn, zu fürchten. Die zweite Hälfte des Monats. Die Tage vor der Periode. Du weißt, was kommt und kannst es nicht aufhalten.
Aber was, wenn dein Zyklus dir nicht etwas antut, sondern etwas zeigt?
Vielleicht hast du gelernt ihn, zu fürchten. Die zweite Hälfte des Monats. Die Tage vor der Periode. Du weißt, was kommt und kannst es nicht aufhalten.
Aber was, wenn dein Zyklus dir nicht etwas antut, sondern etwas zeigt?
Dein Zyklus ist kein gleichmäßiger Rhythmus. Er ist ein biochemisches Wechselspiel der Hormone, das direkt auf dein Nervensystem wirkt und das dir jeden Monat etwas Wichtiges zeigt.
Die erste Hälfte beginnt mit dem ersten Tag Deiner Periode und dauert bis zum Eisprung.
Östrogen steigt in dieser Phase an und regt die Produktion von Serotonin und Dopamin an, den Botenstoffen für Freude, Antrieb und Wohlbefinden. Dein Nervensystem ist in dieser Phase zugänglicher, belastbarer, klarer. Du filterst Reize besser. Du fühlst dich mehr du selbst.
Die zweite Hälfte beginnt mit dem Eisprung und endet mit dem Beginn deiner Periode.
Östrogen fällt ab. Progesteron dominiert und wird zu Allopregnanolon abgebaut, einem Stoff der eigentlich beruhigend wirken soll. Bei Frauen mit PMDS reagiert das Gehirn jedoch paradox: statt Ruhe entsteht Alarm. Das Nervensystem wird sensibler, reaktiver, wachsamer.
Der natürliche Schutzmantel fehlt. Und alles kommt durch.
Mehr zur Biologie dahinter findest du auf der Seite PMDS & Nervensystem.
Um Deinen Zyklus und auch Dein Nervensystem besser zu verstehen, lade ich Dich ein Deinen Zyklus zu beobachten.
Dein Nervensystem trägt nicht nur den Stress von heute. Es trägt auch das was früh passiert ist.
In der Kindheit hat dein Nervensystem das Beste getan was es konnte – es hat dich geschützt. Es hat dir geholfen, schwierige Momente zu überstehen, in denen du dich allein, ausgeliefert oder überfordert gefühlt hast. Es hat Strategien entwickelt, um zu überleben.
Dieser Schutzmodus ist im Nervensystem gespeichert. Er läuft heute noch, auch wenn die Situationen von damals längst vorbei sind. Und in der Lutealphase wenn der natürliche Schutzmantel fehlt, trifft die alte Geschichte auf den Stress von heute und löst damit Deine PMDS Symptome aus.
Das ist keine Schwäche. Das ist ein Nervensystem das zu lange zu viel getragen hat.
Bei der Verarbeitung und Integration von belastenden Ereignissen und Traumatas wird das Nervensystem aktiviert. Das ist wissenschaftlich belegt. Deshalb ist der Zeitpunkt für den Prozess entscheidend.
Dein Zyklus zeigt uns, wann dein System bereit ist – und wann es Schutz braucht. Und genau daran orientiert sich meine Arbeit.
Dein Nervensystem ist zugänglicher und belastbarer. Das ist der Raum für die tiefere Arbeit; für die Integration früher Prägungen und Verletzungen. Wir gehen dorthin wo Worte alleine nicht reichen – mit Ego States, EMDR, Klopftechniken und Somatic Experiencing.
Dein System ist sensibler. Das ist der Raum für Stabilisierung und Regulation.
Psychoedukation, Körperübungen, Atemarbeit und konkrete Alltagsstrukturen helfen dir, geerdet zu bleiben, wenn die schweren Tage kommen.
Neben der Traumaverarbeitung ist ein weiterer wichtiger Teil meiner Arbeit die Regulation im Alltag. Denn dein Nervensystem begegnet täglich neuen Reizen: in Beziehungen, im Beruf, in der Welt. Ein Nervensystem, das bereits unter Dauerstress steht, wird durch diese Reize zusätzlich belastet.
Achtsamkeit, Entspannung und konkrete Bewältigungsstrategien helfen dir, diesen Stress zu filtern. Nicht um ihn zu vermeiden, sondern um damit richtig umzugehen.
Geerdet. Stabil. Präsent im Hier und Jetzt.
Das ist die Voraussetzung für alles andere.
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