PMDS & Nervensystem

Jeden Monat dasselbe und du weißt nicht warum.

PMDS ist mehr als in Hormonproblem. Dein Nervensystem spielt eine entscheidende Rolle. Der Zusammenhang geht tiefer, als du vielleicht denkst.

PMDS & Nervensystem

Jeden Monat dasselbe und du weißt nicht warum.

PMDS ist mehr als in Hormonproblem. Dein Nervensystem spielt eine entscheidende Rolle. Der Zusammenhang geht tiefer, als du vielleicht denkst.

Dein Zyklus – zwei Phasen, zwei Welten

Dein Zyklus ungefähr 28 Tage besteht aus zwei Hälften.

In der ersten Hälfte deines Zykluses, der Aufbauphase steigt Östrogen an.  Es wirkt wie ein natürlicher Schutzmantel – filtert Reize, macht dich belastbarer, klarer, mehr du selbst.

Östrogen steigt in dieser Phase an und regt die Produktion von Serotonin und Dopamin an, die Botenstoffe für Freude, Antrieb und Wohlbefinden. Die meisten Frauen fühlen sich in dieser Phase ausgeglichen, klarer, mehr sie selbst.

In der zweiten Hälfte sinkt Östrogen nach dem Eisprung ab. Der Schutzmantel fehlt.

Progesteron dominiert – und wird im Körper zu Allopregnanolon abgebaut, das eigentlich beruhigend auf den GABA-Rezeptor wirken sollte, den natürlichen Angstlöser im Gehirn.

Bei Frauen mit PMDS reagiert das Gehirn jedoch paradox: Es antwortet überempfindlich auf den Abfall und die Schwankungen dieser Hormone – statt Ruhe entsteht Alarm.

Was in deinem Körper passiert - PMDS & Nervensystem

In der zweiten Zyklushälfte bricht die Neurochemie bei PMDS-Betroffenen regelrecht ein:

Serotonin-Mangel

Die Dichte der Serotonin-Transporter im Gehirn ist drastisch erhöht – das vorhandene Serotonin wird zu schnell abtransportiert. Es entsteht ein akuter Mangel der zu Reizbarkeit, depressiver Verstimmung und Wutausbrüchen führt.

GABA-Dysfunktion

Durch die Fehlregulation von Allopregnanolon können die GABA-Rezeptoren nicht mehr richtig andocken. Das Ergebnis: extreme innere Unruhe, Angstzustände und Panikattacken.

Dein Zyklus zeigt dir nicht was falsch mit dir ist. Er zeigt dir, was noch getragen werden will. So hängen Nervensystem und PMDS zusammen

Die Trauma-Komponente

Bei Frauen mit belastenden Erfahrungen in der Vorgeschichte ist die Stressachse – die sogenannte HPA-Achse – oft fehlreguliert. In der Lutealphase kommt es zu einem verringerten Cortisol-Ausstoß, was zu massiver emotionaler Instabilität führt und die Fähigkeit einschränkt mit alltäglichem Stress umzugehen.

Dein Körper ist dann nicht schwach. Er ist hyperaufmerksam.

Psychotherapie in Erfurt

Viele Frauen berichten, dass es von Jahr zu Jahr schlimmer wird. Das ist kein Zufall - das ist ein Nervensystem, dass immer lauter spricht.

Katharina Händl

Wenn Hoffnung zur Erschöpfung wird

Jeden Monat hoffen. Jeden Monat durch diese Phasen gehen – die guten Tage nutzen, die schweren Tage überstehen. Das kostet Kraft. Enorme Kraft.

Wenn das Nervensystem durch frühe Belastungen ohnehin in Alarmbereitschaft ist, führt der zyklische Abfall von Progesteron und Östrogen zu einem regelrechten Kurzschluss. Die Gehirnregionen die für Emotionsregulation zuständig sind werden in der Lutealphase zunehmend unteraktiv.

Die Erschöpfung wächst. Die Spirale dreht sich weiter. Nicht weil etwas kaputt ist – sondern weil das Nervensystem gehört werden will.

Nicht alle brauchen eine Diagnose. Das Nervensystem spricht.

Vielleicht hast du keine PMDS-Diagnose. Vielleicht fragst du dich nur jeden Monat warum es wieder so ist. Das reicht. Du musst dich nicht beweisen um Unterstützung zu verdienen.

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