Du wachst morgens auf und merkst, wie die alte Energie langsam zurückkommt. Gott sei Dank, es ist vorbei.
Und gleichzeitig liegt da schon die Scham über das, was in den vergangenen Tagen wieder passiert ist in dem letzten PMDS Zyklus.
Du spürst es noch. Das Pendeln zwischen kaum aus dem Bett kommen, weil die Kraft einfach fehlte, und den plötzlichen Wutausbrüchen, die nicht zu stoppen waren.
Die Erschöpfung der Lutealphase ist nicht einfach weg. Sie hinterlässt Spuren.
Vorsichtig gehst du zu deinem Mann (deiner Schwester, deine Mama). Die harten Worte der vergangenen Tage hängen noch zwischen euch. Er weiß, dass es dir vor der Periode nicht gut geht. Und trotzdem haben ihn deine Worte wieder getroffen.
Auf der Arbeit gehen die Kollegen zunehmend auf Distanz, weil die Wut sich regelmäßig dort entlädt. Du fühlst dich heute besser. Aber die Scherben liegen noch da.
Während du die Scherben sammelst, wird deine Periode von Stunde zu Stunde stärker.
Der Körper fühlt sich schwach. Und dazu kommt etwas, das selten ausgesprochen wird: die Scham dafür, dass du deine Tage hast — denn die sind ja die Ursache für deine Probleme (das denkst du gerade noch).
Dabei ist die Periode kein Feind. Sie ist ein natürlicher, Prozess — und die Grundlage für neues Leben.
Das Problem ist nicht sie. Es ist die Last, die sich davor aufgebaut hat.
Dann hört es auf. Die Tage vergehen. Und fast unmerklich setzt die Angst vor der nächsten Phase wieder ein — von Tag zu Tag ein bisschen lauter. Das Danach, die Zeit in der es dir eigentlich besser geht, ist längst das Davor der nächsten schweren Tage.
Der Kreislauf beginnt von vorne. Jedes Mal aufs Neue.
Wenn du dich in diesem PMDS Zyklus widererkennst, ist der erste Schritt nicht, ihn zu stoppen. Der erste Schritt ist, ihn sichtbar zu machen.
Ein Zyklustracker hilft dir, Muster zu erkennen — wann es beginnt, wie lange es dauert, was sich verändert.
Nicht als Diagnose, sondern als Verständnis. Und Verständnis ist der Anfang von allem.